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Das ungewöhnliche Schwerefeld des Mondes

Autor: Ulrich Beilfuß     

Heute ist Vollmond und falls der Wolkenvorhang offen ist, können wir die Mondkugel wieder einmal – wie Matthias Claudius sagt – „rund und schön“ am Firmament bewundern.

Lange waren Wissenschaftler davon überzeugt, dass die Schwerkräfte dieser kugelrunden Mondmasse in allen Richtungen gleichmäßig wirken. Doch als die ersten Satelliten den Erdtrabanten umrundeten, liefen sie in ihren Umlaufbahnen derartig holperig, dass sie abzustürzen drohten. Kurskorrekturen von der Erde aus konnten das verhindern. Seitdem weiß man also, dass das Schwerefeld des Mondes enorm unterschiedliche Ausprägungen aufweist.

Schwerkraft oder Gravitation ist die Eigenschaft von Massen, sich gegenseitig anzuziehen. Die Schwerkraft bestimmt deshalb auch die Bahnen der Sonden um den Mond. Wenn dabei Unregelmäßigkeiten auftreten, lässt dies auf eine ungleichmäßige Verteilung der Massen innerhalb der Mondkugel schließen.

Heute weiß man, dass diese Schwerkraftkonzentrationen hauptsächlich durch die Einschläge großer Asteroiden verursacht wurden. Ihre gewaltigen eisenreichen Massen sind seit Milliarden von Jahren oberflächennah unter den so genannten Mondmeeren begraben. Das sind die riesigen Flächen aus erstarrter Lava, die uns auch als „Mondgesicht“ oder als „Mann im Mond“ erscheinen.

Heute werden deshalb die Mondumlaufbahnen von Satelliten mit Hilfe von inzwischen erstellten Gravitationskarten so gewählt, dass der Einfluss dieser Massenkonzentrationen möglichst gering ist.

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