Mit Hilfe von Asteroiden ferne Sterne vermessen

Autor: Ulrich Beilfuß                     

Fast alle Sterne am Firmament sind so weit von uns entfernt, dass sie selbst in den leistungsstärksten Teleskopen nur als Lichtpunkte erscheinen. Den Durchmesser eines Sterns konnten Astronomen deshalb lange Zeit nur abschätzen, indem sie aus bekannten anderen Eigenschaften der fernen Sonne auf die Größe schlossen.

Dann kamen sie auf eine neue Methode: Wenn ein uns sehr naher Himmelskörper, zum Beispiel der Mond, vor einem weit entfernten Stern vorüberzieht, dann wird das Licht des Sterns am Mondrand gebeugt. Wenn der Stern hinter dem Mondrand verschwindet oder wieder auftaucht, entstehen für einen Moment winzige wellenartige Lichtmuster. Aus der Form dieses Beugungsmusters können Astronomen dann auf die Ausdehnung der Lichtquelle schließen. Die Mondmethode funktioniert aber nur bei besonders großen Sternen, ganz abgesehen davon, dass die Zahl solche Bedeckungen durch die Mondbahn eng begrenzt wird.

Ein internationales Forscherteam hat jetzt einen Weg gefunden, mit dem sich auch kleinere Sterndurchmesser bestimmen lassen. Dabei nutzen sie die Bedeckung ferner Sterne durch Asteroiden statt durch den Mond. Diese wesentlich kleineren Himmelskörper machen allerdings den Einsatz einer besonderen Technik erforderlich. So kommen spezielle Teleskope zum Einsatz, deren leistungsfähige Kameras auch extrem schnelle und schwache  Helligkeitsschwankungen registrieren. Sie nehmen 300 Bilder pro Sekunde auf, woraus sich das Beugungsmuster mit großer Genauigkeit analysieren lässt.

Die Forscher schätzen, dass sie pro Woche mehrere Asteroiden-Sternbedeckungen beobachten könnten. Und sie glauben, dass sich mit dieser Methode noch Sterne bis zu einer zehnmal so großen Entfernung analysieren lassen wie mit der Mondbedeckungsmethode.

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