Auswärtige Kennzeichen an Autos aus der Region

FRI, WHV, WTM, vielleicht nochmal OL und BRA – das sind die vertrauten Kennzeichen in der Region. Doch steckt hinter jedem anderen Kennzeichen auch jemand, der nicht in Friesland, Wilhelmshaven, Wittmund, Oldenburg oder der Wesermarsch lebt? Das fragen sich derzeit viele Menschen, die sich gerade in Zeiten des Coronavirus über vermeintliche Touristen an der Nordseeküste wundern. Jan Bredol hat die Erklärung für auswärtige Kennzeichen im Sendegebiet.

Wer übrigens selbst so ein auswärtiges Kennzeichen im Wangerland führt und noch nicht kontrolliert wurde, kann sich für den angesprochenen Nachweiszettel beim Bürgertelefon unter 04463 989 119 melden.

Foto: Eva Forkel

erlaubt

Das niedersächsische Handwerk in Zeiten von Corona

Mehr als 1.200 niedersächsische Handwerksbetriebe haben sich an einer bundesweiten Umfrage Ende März beteiligt. Und die Zahlen sind besorgniserregend. Über 80 Prozent der Betriebe meldeten einen Umsatzrückgang, mehr als die Hälfte berichtete von Auftragsstornierungen. Daneben fehlt es auch an Material, an Vorprodukten und Betriebsmitteln – davon sind etwa ein Drittel der Betriebe betroffen. Im Vergleich zur Vorwoche war die Beurteilung eindeutig: 60 Prozent der befragten Betriebe sahen sich mit mehr Auswirkungen konfrontiert als eine Woche zuvor. Das wirkt sich auch auf die Arbeitnehmer aus. In jedem siebten Betrieb wird Kurzarbeit vorgesehen, knapp 20 Prozent planen mit Beschäftigtenmaßnahmen wie Arbeitszeitkontenabbau und Urlaub. Der Großteil der Handwerker allerdings kann weiterhin arbeiten, ein Arbeitsverbot gibt es nicht – ausgenommen sind Friseurbetriebe, die coronabedingt schließen mussten. Dass dermaßen viele Auftragsstornierungen eingegangen sind, beunruhigt auch die Handwerkskammer Niedersachsen. Denn bei den meisten Handwerksleistungen können Hygiene- und Abstandsregeln problemlos eingehalten werden. Ohne Not solle man also Aufträge nicht stornieren – im Gegenteil, die Ausführung dieser Aufträge könne den mehr als 500.000 niedersächsischen Handwerkern gerade in dieser schwierigen Zeit finanziell die Existenz retten.

erlaubt

Arbeiten im Homeoffice

Besonders Menschen, die Büroarbeit betreiben, tun das in vielen Fällen derzeit von zuhause aus. Diese Form der Arbeit, als Homeoffice oder genauer als Telearbeit bezeichnet, greift momentan auch für viele hier bei Radio Jade. Ein besonderer Umstand, der eine ganz neue Arbeitsumgebung bedeutet. Wie geht man damit am besten um? Welche Auswirkungen hat das auf das Leben? Zur sozialen Distanzierung, die in Situationen wie der aktuellen Corona-Pandemie empfohlen ist, kommt die Vermischung von Privat- und Arbeitsleben. Das klingt erst einmal einfacher als es ist: einen PC haben die meisten zuhause, einen Internetanschluss auch – die Büroarbeit sollte also eigentlich kein Problem sein. Es erfordert aber einiges an Disziplin. Der fehlende Arbeitsweg nimmt die psychologische Abgrenzung, die hierdurch im Normalfall gegeben ist. Eine Möglichkeit ist, diesen Arbeitsweg zu simulieren, also nicht zum Arbeitsbeginn direkt an den Schreibtisch zu gehen, sondern einen Spaziergang dazwischen zu schalten. Also: erst aufstehen, den ganz normalen Morgenablauf durchgehen, die Wohnung verlassen und zum Arbeiten zurückzukehren. Nach Feierabend kann man das wiederholen, um die Arbeit tatsächlich zu beenden und zurück zu lassen, wie es sonst auch geschieht. Hilfreich ist es, nicht in allzugroße Gemütlichkeit zu verfallen, also nicht in Jogginghose oder Schlafanzug zu arbeiten. Auch wenn man den Kollegen nicht persönlich begegnet, befindet man sich den Tag über “auf der Arbeit”, wie ansonsten auch. Wenn der Wohnraum es zulässt, empfiehlt sich, ein gesondertes Arbeitszimmer einzurichten, in dem tatsächlich nur Büroarbeit stattfindet. Etwaige Mittagspausen sollten außerhalb des Arbeitsbereichs stattfinden – und sei es nur in der Küche. Moderne Technologien wie Kommunikationssoftware und die technische Möglichkeit von Videokonferenzen können die Struktur des Arbeitstages zwar nicht ersetzen, aber zumindest eine feste Struktur etablieren, die den Arbeitstag simuliert – innerhalb der regulären Arbeitszeit. Eine rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit weicht die Grenze zwischen Privat- und Arbeitsleben noch mehr auf, als sowieso schon. Das kann psychische Auswirkungen auf die Arbeitnehmer haben, die durch die soziale Distanzierung sowieso schon strapaziert sein können. Machen Sie also Feierabend und lassen sie jegliche Arbeit ruhen, wenn der Arbeitstag beendet ist. Auch das Wochenende sollte seine besondere Markierungswirkung behalten, wenn nicht gerade Wochenenddienst ansteht.

ERLAUBT

Passionspunkte und Kreuzweg 2020

Die 3.500 Flyer für die diesjährigen Passionspunkte der evangelisch-lutherischen Kirche in Wilhelmshaven trafen genau an dem Tag ein, an dem das Programm aufgrund der Corona-Pandemie abesagt werden musste. Denn eine Veranstaltung, die über sieben Tage zwischen 1.000 und 1.400 Menschen anzieht, ist in Zeiten von Kontaktsperre und Social Distancing nicht durchführbar. Sieben Punkte für sieben Tage waren geplant, am Wangeroogekai, an der Ecke Peterstraße/Parkstraße, am Tonnenhof – mit Besuch des Oldenburger Bischofs, in der Kunsthalle und der Christus- und Garnisonkirche, am Handelshafen und am Atlantikhotel. Musiker und Theologen waren eingeplant. Wie Frank Morgenstern, Pastor der Christus- und Garnisonkirche, im Gespräch mit Radio Jade sagte, wird das Programm in kleinerer Form aber trotzdem umgesetzt. Wie geplant zwischen dem 5. und 11. April werden zu jedem Passionspunkt kurze Videos für Social Media produziert und veröffentlicht, auf den Facebook-, Instagram- und Youtube-Auftritten der “Havenkirche”. Eventuell dienen diese auch als Teaser auf das kommende Jahr, denn es wird darüber nachgedacht, das diesjährige Programm mit Elementen von Theologie, Erinnerung und Mitmachangeboten im Jahr 2021 nachzuholen. Auch der Kreuzweg, ein Angebot, dass sich eher an Jugendliche, besonders Konfirmanden richtet wird auf diesen Kanälen in der gleichen Zeit angeboten, federführend ist hier die Heppenser Kirche. So wird es täglich zwischen dem 5. und 11.04. zwei Inhalte bei der Havenkirche geben: morgens den Kreuzweg, abends um jeweils 18 Uhr die Passionspunkte.

Foto: Fabian Metzner

Kinderschutz in Zeiten von Corona

Kinder verbringen dadurch, dass Schulunterricht und Kitabetreuung zur Eindämmung des Coronavirus ausfallen, momentan viel Zeit mit ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten. Auseinandersetzungen und Krisen in Familien werden dadurch vielfach befördert, besonders in solchen, in denen Konflikte bereits bestehen oder sogar Gewalt an der Tagesordnung ist. Das niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung engagiert sich auch in Zeiten von Corona für den Kinderschutz im Land. Im Internet sind unter kinderschutz-niedersachsen.de Angebote zu finden, bei denen Kinder, Jugendliche und Familien in Krisensituationen Hilfe erhalten können. Diese Informationen richten sich sowohl an Kinder und Jugendliche, die selbst betroffen sind, als auch an Erwachsene. Dabei findet man Hilfe sowohl bei Konflikten in der eigenen Familie als auch für solche Situationen, bei denen man Kindesmissbrauch oder Vernachlässigung beispielsweise in der Nachbarschaft wahrnimmt. Hier findet sich die Nummer gegen Kummer 116 111 und Adressen und Kontaktmöglichkeiten von regionalen Hilfsangeboten. Die niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann weist außerdem darauf hin, dass die Jugendämter in den Landkreisen und Kommunen immer ansprechbar sind.

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