Hatte die Erde einst mehrere Monde?

Autor: Ulrich Beilfuß

 

 

Es ist nicht selbstverständlich, dass unsere relativ kleine Erde einen Mond hat. Doch nun vermuten Astrophysiker, dass vor Jahrmilliarden sogar mehrere Monde unseren Planeten umkreist haben. Um das zu verstehen, müssen wir zunächst fragen, wie unser Erdenmond denn überhaupt entstanden ist. Eine endgültige Antwort hat die Wissenschaft bis heute nicht gefunden. Am häufigsten wird derzeit folgender Vermutung zugestimmt:

Vor viereinhalb Milliarden Jahren rasten noch zahlreiche Materiegebilde aller Größen um die Sonne. Damals stieß die noch junge Erde mit einem etwa marsgroßen anderen Jungplaneten zusammen. Dabei wurde so viel Material in den nahen Weltraum geschleudert, dass sich um die Erde herum ein Ring aus Kollisionsbrocken beider Körper bildete. Aus dem hat sich dann schließlich der Mond geformt.

Jetzt weisen jedoch neue Erkenntnisse darauf hin, dass unser Erdbegleiter in früheren Zeiten keineswegs so einsam wie heute seine Bahn ziehen musste. Ein Internationales Forscherteam hält es für durchaus möglich, dass einst sogar ein Kollektiv von Monden die Erde umrundete. Unser Planet habe in seinen Jugendjahren nämlich nicht nur eine einzige große Kollision erleiden müssen, sondern eine ganze Reihe. Auf diese Weise seien dann vermutlich weitere, aber kleinere Monde im Erdorbit entstanden. Die Massen dieser Trabanten könnten jeweils zwischen 15 und 50 Prozent der Masse unseres Erdenmondes betragen haben. Die Astrophysiker gehen davon aus, dass diese so genannten Moonlets im Laufe der Zeit durch die Anziehungskraft der Erde zum Absturz gebracht wurden.

Die Forscher stützen ihre Hypothese auf Computersimulationen. Diese waren derart komplex, dass die reine Rechenzeit über zwei Jahre betrug.