Schwarze Löcher: Wachstumstheorie wird angezweifelt

Autor: Ulrich Beilfuß

 

Im Zentrum jeder Galaxie befindet sich ein Schwarzes Loch, das massenhaft Materie verschlingt. Bevor diese in den Gravitationsschlund stürzt, strahlt sie enorme Mengen an Licht aus. Uns erscheint deshalb das Schwarze Loch im Kern einer fernen Galaxie sternartig hell. Die Astronomen nennen solch eine Erscheinung “Quasar”. Quasare gehören zu den hellsten Objekten im Universum.

Durch das ständige Materieschlucken kann das Schwarze Loch sich im Laufe der Zeit das Milliardenfache und mehr der Masse unserer Sonne einverleiben und immer intensiver strahlen. Jetzt aber haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Astronomie drei sehr junge Quasare entdeckt, die die bisherige Theorie zum Wachstum Schwarzer Löcher kippen könnten. Jeder dieser Quasare enthält nämlich rund eine Milliarde Sonnenmassen. Dafür aber muss ein Schwarzes Loch nach bisherigem Kenntnisstand mindestens einhundert Millionen Jahre lang Materie an sich gezogen haben. Die überraschten Forscher fanden jedoch heraus, dass diese drei Quasare nur über einen sehr viel kürzeren Zeitraum aktiv waren, nämlich höchstens hunderttausend Jahre. Sie hätten also gar nicht die Zeit gehabt, diese Supermassen überhaupt anzusammeln.

Jetzt wird geprüft, ob neue Erklärungen zur Entstehung der ersten Schwarzen Löcher im Universum erforderlich sind. Schließlich möchte man immer besser verstehen, wie die gigantischen supermassereichen Schwarzen Löcher in heutigen Galaxien wie unserer Milchstraße im Laufe der kosmischen Geschichte entstanden sind.