Niedersachsen legt Reformvorschläge für Erbschaftssteuer vor
Veröffentlicht von Katharina Hotes am 23.06.2026
[Kiel] Die Finanzministerinnen und Finanzminister der norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wollen die Erbschaftssteuer parteiübergreifend weiterentwickeln. Wie das niedersächsische Finanzministerium mitteilt, wurde am Freitag (19.06.) ein entsprechendes Positionspapier vorgelegt. Ziel sei es unter anderem milliardenschwere Gerechtigkeitslücken zu schließen und Familienstiftungen als Sparmodelle zu verhindern. Allein 2024 seien bundesweit in 45 Fällen ursprünglich festgesetzte Steuern von 3,6 Milliarden Euro auf lediglich rund 200 Millionen Euro reduziert, was einem Steuererlass von ungefähr 95 Prozent entspräche. So würden insbesondere sogenannte Familienstiftungen inzwischen offen als Steuersparmodelle beworben, um Vermögende künstlich als „mittellos“ erscheinen zu lassen. Die Finanzressorts der Nordländer betonten, dass dies nicht zum Erhalt von Arbeitsplätzen oder Unternehmen führen würde. Sie fordern, diese Gestaltungsmöglichkeiten einzuschränken und die Sicherstellung einer Art Mindestbesteuerung großer Vermögen.
