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Ärztekammer kritisiert

Ärztekammer kritisiert "Zwangsrekrutierung"

Veröffentlicht von Jan Bredol am 02.06.2020

[Hannover] Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. Martina Wenker, kritisiert Pläne der Landesregierung, Ärztinnen und Ärzte in Pandemiezeiten zu verpflichten. Das sei nicht notwendig und im Gegenteil die falsche Reaktion auf einen in Niedersachsen bisher erfolgreichen Weg der Pandemiebekämpfung. Es entstehe durch eine Verpflichtung der Eindruck, die Ärzteschaft müsse durch staatlichen Zwang zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit angehalten werden. Im Gegenteil sei eine solche „Zwangsrekrutierung“ nicht nur unangemessen sondern sogar kontraproduktiv. Sie stoße die Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte vor den Kopf, die sich freiwillig für die Bewältigung der aktuellen Corona-Pandemie eingesetzt haben. Darüber hinaus sei der Gesetzesentwurf der rot-schwarzen Landesregierung ein massiver Eingriff in die Freiheitsrechte. Die Ärztekammerpräsidentin schlug stattdessen die Einrichtung eines Freiwilligenregisters vor, das beim niedersächsischen Gesundheitsministerium angesiedelt sein könne.