
Weltkriegsbombe in Wilhelmshaven entschärft
Veröffentlicht von Jan Bredol am 02.09.2026
Am Montagnachmittag (31.08.) wurde im Marinearsenal in Wilhelmshaven, in direkter Nähe zur Innenstadt, eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Wie immer in solchen Fällen war eine Entschärfung angezeigt, denn auch Blindgänger können bei unsachgemäßem Umgang detonieren und großen Schaden anrichten. Eine Evakuierungszone von 1.000 Metern Radius wurde eingerichtet, rund 13.600 Menschen aus der Innenstadt, der Südstadt und Heppens mussten gestern (01.09.) ihre Wohnungen verlassen. Das lief nicht hundertprozentig reibungslos, einige Menschen weigerten sich, evakuiert zu werden. Nachdem dann auch die Letzten aus der Evakuierungszone befördert worden waren, ging der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen ans Werk. Sprengmeister und Entschärfer Christoph Coldewey beantwortete anschließend Fragen zum Ablauf. Bevor die Entschärfung beginnen konnte, musste Sicherheit hergestellt werden, auch wenn es ein paar Vorbereitungen schon im Voraus geben konnte.
Das Wasserschneidgerät kam zum Einsatz, um einen der zwei Zünder der Bombe zu entfernen und sie so unschädlich zu machen. Der erste Zünder, am Heck des Sprengsatzes, konnte einfach ausgeschraubt werden. Der Kopfzünder allerdings stellte die Entschärfer vor eine Herausforderung, denn er ließ sich nicht so einfach entfernen. Also musste er herausgeschnitten werden.
Am Ende lag die entschärfte Bombe auf einer Palette verzurrt auf der Laderampe eines Lkw: eine unscheinbare wenn auch große Masse aus Metall und verkrusteter Erde. Nicht der erste und auch nicht der letzte Blindgänger, der in der Jadestadt gefunden wurde. Schließlich befand sich auf dem Areal des heutigen Marinearsenals während des Zweiten Weltkriegs die Kriegsmarinewerft und damit eines der Hauptziele alliierter Luftangriffe. Dass die Bombe überhaupt gefunden wurde, war ein Zufall.
Schlussendlich bleibt zu sagen: die Bombe ist entschärft worden, der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat seine Arbeit in bewährter Weise erledigt, der Krisenstab in Wilhelmshaven und die Einsatzkräfte haben schnell gehandelt – nur bei der Evakuierung gibt es noch Nachholbedarf und es dürfte etwas mehr Verständnis für die Gefahrenlage geben, die ein Blindgänger darstellt. Bleibt zu hoffen, dass es sich bis zum nächsten Bombenfund einstellt.
Foto: Jan Bredol/Radio Jade
