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Teilhabe: Ein universelles Menschenrecht

Veröffentlicht von Karsten Hoeft am 05.05.2026

„Menschenrechte sind nicht verhandelbar“, das ist das Motto des diesjährigen europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Dazu haben wir mit verschiedenen Menschen unterschiedliche Aspekte des Themas beleuchtet.

 

Wie viele sehbehinderte und blinde Menschen es in der Bundesrepublik gibt, ist erstaunlicherweise nicht genau bekannt. Schätzungen und Hochrechnungen gehen von 600.000 bis 1,2 Millionen aus. Signaltöne im Straßenverkehr, Brailleschrift auf Medikamentenschachteln und Fahrstühlen und Markierungen auf Computertastaturen könnten zu der Vermutung führen, dass vieles, das zum Alltag gehört, auch blindengerecht ist. Darüber haben wir mit Marlis Südkamp gesprochen. Sie ist Vorsitzende der Gruppe Wilhelmshaven-Friesland des Blinden- und Sehbehindertenverbandes.

Sehbehinderungen sind vergleichsweise häufig. Die meisten davon entstehen im Laufe des Lebens. Der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen vertritt nicht nur Betroffene, sondern ist auch eine Anlaufstelle für diejenigen, die von Beeinträchtigungen des Sehvermögens bedroht sind. 

Zu den angeborenen Behinderungen gehören auch die aus dem breiten Spektrum des Autismus. Simon Herbst ist in der Autismus Spektrum Selbsthilfegruppe für die Eltern von autistischen Kindern. Die Aussage, dass Eltern die Experten ihrer Kinder sind, trifft für ihn in besonderem Maß zu. Er ist selbst Betroffener und schildert das Leben mit einer Autismus-Spektrumsstörung so:

Autismus ist als Diagnose für viele schwer zu fassen. Andererseits gibt es ein weit verbreitetes Bild davon in der Öffentlichkeit, das durch popkulturell geprägt ist: Rain Man, Monk, Big Bang Theory. Das kann es  schwierig machen, über Autismus ernsthaft ins Gespräch zu kommen, 

Das Grundgesetz sagt in Artikel 3: „In Deutschland darf niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“, seit 2009 gilt auch hier Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Mit ihr wird kein Sonderrecht geschaffen, sondern es werden die universellen Menschenrechte aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen konkretisiert. Das sind hierzulande etwa 13% der Bevölkerung, wobei die meisten Behinderungen nicht angeboren, sondern erworben sind. Dass es trotz dieser klaren Ausgangslage überhaupt einen Protesttag für die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen gibt, spricht Bände. Einer, der sich vor Ort auch ganz konkret für die die Teilhabe behinderter Menschen stark macht, ist Lars Peichert. Der 40-jährige ist seit drei Jahren Mitglied im Behindertenbeirat der Stadt Wilhelmshaven. Wie sich die Arbeit dort gestaltet, berichtet er im Gespräch mit Karsten Hoeft: