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"Öl ins Feuer"

Veröffentlicht von Waltraud Rohde am 29.07.2024

Kathrin Hartmann ist Journalistin und Autorin. In sieben Veröffentlichungen hat sie zu sozialer Ungleichheit, Umweltschutz, grünen Werbelügen, Klimapolitik, Greenwashing, Umweltrassismus, Kapitalismus und vielem mehr recherchiert. Ihr aktuelles Werk handelt von einem Thema, dass ihr lange widerstrebt hat:

Für dieses Bild reist sie in die Vereinigten Staaten. Sie sieht die Industrieanlagen in Port Arthur. Zaun an Zaun stehen sie mit Wohnsiedlungen, sogenannte fenceline Communities. Auch die „sacrifice zones“ sieht sie. Das sind Bereiche in denen gesundheitsschädliche Grenzwerte von Industrieanlagen um ein Vielfaches überschritten werden dürfen, quasi „Opferzonen“. Derzeit kommen 80 Prozent der deutschen LNG-Importe aus Amerika. Der erste LNG-Tanker, der an der „Höegh Esperanza“ anlegte, kam aus der Region um Port Arthur in Texas. Derzeit laufen die Vorbereitungen für das nächste Gasterminal, mit dem Versprechen, dass es klimafreundlich werden soll.

CO2 abscheiden und speichern wird als eine der technischen Lösungen gegen die weitere Erderwärmung dargestellt. Quasi wie ein großer Staubsauger, damit kein weiteres klimaschädliches Gas in die Umwelt gelangt. Aber irgendwann ist der Beutel voll.

Schädliche Gase verpressen um die Förderung von Öl zu steigern. LNG, das in den USA unter in Deutschland verbotenen Umständen gewonnen wird. Wasserstoff, der auch nicht ohne solche Verfahren auskommt. Kathrin Hartmann spricht in dem Zusammenhang von fossilem Lock in und es klingt nicht nach einer sauberen Lösung

Im Mai war Kathrin Hartmann zu Gast in der Kunsthalle Wilhelmshaven und berichtete im Rahmen der Ausstellung „-162 °C, 450 kg/m³ – fossile Energie, fragile Zukunft“ über ihre Eindrücke und Rechercheergebnisse zu ihrem aktuellen Buch. „Öl ins Feuer“ wurde am 16. Juli 2024 bei Rowohlt Polaris veröffentlicht.

Foto: Radio Jade