Das Ozonloch wird kleiner

Mit der Entdeckung des so genannten Ozonlochs schreckten Forscher vor mehr als dreißig Jahren die Weltöffentlichkeit auf: Durch eine großflächige Schwachstelle in der schützenden Ozonschicht konnten immer mehr ultraviolette Strahlen der Sonne in voller Intensität die Erdoberfläche erreichen. Der Menschheit drohte die Zunahme von Erbgutschädigungen und Hautkrebs.

Doch jetzt, dreißig Jahre später, kam – fast überraschend – die wissenschaftlich abgesegnete Entwarnung: Der Zerstörungsvorgang ist gestoppt. Und nicht nur das: Die Ozonschicht erholt sich sogar wieder!

Wie konnte diese überraschende Heilung gelingen? Ulrich Beilfuß erzählt Näheres.

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Planetentrio am Abendhimmel

Autor: Ulrich Beilfuß

Wer nach Einbruch der Dunkelheit zum wolkenfreien Südhimmel schaut, wird sofort auf drei helle Gestirne aufmerksam. Hier strahlt ein Planetentrio. Ganz links der Ringplanet Saturn, gut zwei Handbreit rechts von ihm der rötlich leuchtende Mars, und mit noch größerem Abstand präsentiert sich weit im Westen der Riesenplanet Jupiter als hellster dieser Reihe. Die drei sind so leuchtstark, dass sie eigentlich alle Blicke auf sich ziehen müssten. Leider aber zeigt sich das Trio nur eineinhalb bis zwei Handbreit über dem Horizont, so dass gerade innerhalb von Ortschaften die Sicht dorthin oft verdeckt ist. Wer die kleine Planetenparade also sehen möchte, benötigt einen freien Blick zum Horizont.

Ein weiteres Beobachtungshandicap stellt der späte Eintritt der Dunkelheit dar. Erst ab frühestens 22:30 Uhr werden die Planeten in der Abenddämmerung sichtbar.

Wenn wir gedanklich eine Gerade durch die drei legen, sehen wir ein Stück der so genannten Ekliptik. Auf deren Linie oder in ihrer unmittelbaren Nähe bewegen sich im Jahresverlauf aus unserer Sicht die Sonne, der Mond und die Planeten. Erklärbar wird dies durch die Tatsache, dass unsere Erde nicht im Mittelpunkt des astronomischen Geschehens steht. Sie ist ja selber ein Planet, der wie seine Planetengeschwister die Sonne umrundet. Durch diese Karusselfahrt ändert sich aber stetig unser Blickwinkel zu den nahen Gestirnen. Es scheint, als würden sie auf einer gemeinsamen Linie wandern. Die Ekliptik ist sozusagen ein Abbild unserer Erdumlaufbahn am Himmelsgewölbe.

Wie weit sind die drei Kugeln des Planetentrios eigentlich von uns entfernt? Derzeit hat der Mars rund 90 Millionen Kilometer Abstand, Jupiter knapp 900 Millionen, und der Saturn bringt es auf fast eineinhalb Milliarden Kilometer. Wir veranschaulichen diese wenig sagenden Entfernungszahlen im Maßstab von 1:1.000.000: Ein Beobachter auf dem Wilhelmshavener Rathausturm sähe dann den Mars etwa über der Mitte des Rathausplatzes, Jupiter stünde beim ehemaligen Käthe-Kollwitz-Gymnasium und Saturn über dem Jadestadion.

Das Planetentrio löst sich bald auf: Mitte August wird Jupiter unsichtbar, Saturn im Oktober, und nur der schwächer werdende Mars ist noch bis Jahresende zu sehen.

Galgenfrist für den Golfstrom

Selbst kälteempfindliche Kanaren-Urlauber scheuen sich nicht, noch im Dezember im Atlantik zu schwimmen. Der Golfstrom ermöglicht das winterliche Badevergnügen bei durchschnittlich zwanzig Grad Celsius. Die Nordsee kann zur selben Zeit nur sechs Grad bieten; doch ohne die atlantische Wärmepumpe wäre sie sogar zugefroren, weil es bei uns dann bis zu zehn Grad kälter wäre.

Nun gibt es seit Jahren Befürchtungen, dass der Golfstrom seine mildtätige Wirkung bald verlieren könnte – mit weitreichenden Folgen für das Klima in Europa. Was ist dran an diesen Unkenrufen? Ozeanforscher haben jetzt eine ziemlich deutliche Antwort gefunden. Ulrich Beilfuß berichtet.

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Woher stammen eigentlich die Atome?

Alle Materie auf der Erde besteht aus Atomen, natürlich auch wir Menschen selbst. Doch keines dieser chemischen Elemente ist auf unserem Planeten entstanden. Sie bildeten sich erst im Laufe der Zeit nach der Geburt des Universums. Und zwar auch nicht alle rund neunzig Atomarten auf einmal. Im Feuerball des Urknalls entstand zunächst das am einfachsten aufgebaute Atom, der Wasserstoff, und in geringerer Menge auch Helium. Aus beiden Elementen formten sich die ersten Sterne. Im Innern dieser Ursonnen liefen dann folgenreiche atomare Prozesse ab: Bei gewaltiger Hitze und gigantischem Druck wurden aus einem Teil der Wasserstoffatome neue und immer größere Atomsorten „gebacken“. Bei dieser Kernfusion, wie der Vorgang wissenschaftlich korrekt heißt, entstand aus Wasserstoff Helium, danach aus Helium Kohlenstoff. Daraus wiederum wurden Sauerstoffatome gebildet und weitere noch schwerere Elemente, bis hin zum Eisen.

Dann ereignete sich in besonders massereichen Sternen Dramatisches: Sie zerplatzten in gewaltigen Explosionen. Beim Aufflammen solcher Supernovae entstanden noch schwerere Atomsorten bis hin zum Uran. Und so gaben diese Sterne das Material, aus dem sie inzwischen bestanden, also auch die neuen chemischen Grundstoffe, als feinstverteilten Staub ins Weltall zurück.

Aus diesen Gas- und Staubmassen bildeten sich nun wieder neue Sterne. Und die enthielten neben Wasserstoff und Helium auch die inzwischen gebildeten schwereren Atome. Aus solchem Weltraumstaub entstand schließlich auch unsere Sonne mit ihren Planeten. Deshalb bestehen die Erde und alle Lebewesen auf ihr aus den in Milliarden von Jahren entstandenen 92 chemischen Elementen. Jedes Atom in unserem Körper, das schwerer ist als Wasserstoff, existiert nur deshalb, weil Sterne geboren wurden und in gewaltigen Explosionen wieder vergingen. So sentimental es auch klingen mag: Wir bestehen aus Sternenstaub.

„Atlas der Lichtverschmutzung“ dokumentiert künstliche Beleuchtung

Straßenbeleuchtung, grelle Stadtreklame, angestrahlte Bauwerke: Kunstlicht macht fast überall die Nacht zum Tage – mit schwerwiegenden Auswirkungen auf Mensch und Tier. Ein soeben erschienener „Atlas der Lichtverschmutzung“ dokumentiert den unnatürlichen Zustand unseres Nachthimmels. Ulrich Beilfuß berichtet über alarmierende Einzelheiten der Veröffentlichung.

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