Statistik zur Kinderpornografie in Niedersachsen

Ein Anstieg von rund 300 Prozent bei der Kinderpornografie und 250 Prozent bei der Jugendpornografie. Das sind Traurige Zahlen aus der polizeilichen Statistik für den Kinder- und Jugendschutz in Niedersachsen. Jedes Jahr werden der Landespolizei immer mehr Fälle in diesem Bereich bekannt. Dabei ist es auch immer wichtig zu betonen, dass es hier nicht nur um die Verbreitung des Materials geht, sondern auch um Kindesmissbrauch, so Landespolizeipräsident Axel Brockmann.

Der Hauptgrund für den starken Anstieg seit 2019 sei die Einführung des internationalen Meldesystems NCMEC (NecMec). Das überprüft alle Dateien die auf US-Seiten wie Google, Facebook und WhatsApp geteilt werden auf Kinderpornografie. Das sorgte jährlich für weit über 100.000 Hinweise auf Kinderpornografische Inhalte die die Polizei in Deutschland erhält. Auch wenn es dabei häufig zu Fehlmeldungen kommt, haben die Hinweise für einen deutlichen Anstieg an gemeldeten Fällen gesorgt. Landespolizeipräsident Axel Brockmann betrachtet den Anstieg aber insgesamt als positiv.

Und von technischer Seite erzielt die Landespolizei in Niedersachsen weitere Fortschritte und entwickelt dabei Systeme die sich nun auch im bundesweiten Gebrauch befinden. So wurde Anfang des Jahres eine jahrelange Testphase einer neuen KI-Software abgeschlossen.

So können die Bilder und Dateien die, die Landespolizei in Niedersachsen erhält mithilfe der künstlichen Intelligenz vorgefiltert werden. Die finale Bearbeitung erfolgt aber nach wie vor durch die Beamten. Bei einem jährlichen Datenvolumen von über 4,5 Petabyte entlastet das die polizeiliche Arbeit enorm. Mit Blick auf die vorgestellten Zahlen äußerte Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) aber noch einen deutlichen Wunsch IP-Adressen von Verdachtsfällen länger speichern zu dürfen.

So soll Deutschland unabhängig von den amerikanischen Hinweisen besser in Verdachtsfällen ermitteln können. Mit insgesamt fast 8000 Fällen von Kinder- oder Jugendpornografie in Niedersachsen, sei der Bedarf dafür weiterhin deutlich.