Virus

Grüne diskutieren unter dem Motto „Europa aus der Pandemie“

Seit gut einem Jahr hat uns die Corona-Pandemie fest im Griff. Mittlerweile wissen wir deutlich mehr über das Virus als noch zu Anfangszeiten. Und mit diesem Wissen wird fleißig nach einem Ausweg aus der Krise gesucht. So auch bei einer Diskussionsrunde auf Initiative der Grünen in der Region. Unter dem Motto „Europa aus der Pandemie“ gab es eine online-Gesprächsrunde mit Politiker*innen und Verantwortlichen aus der EU-, Landes- und Kommunal-Politik. Dabei wurde die Krise und der Umgang mit ihr aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Ein großer Schwerpunkt lag dabei natürlich auf dem Impfen. Die Grünen-Europaabgeordnete Katrin Langensiepen sieht da vor allem ein Problem bei der Kommunikation. So habe die Europäische Union nach den Vertragsabschlüssen mit den Impfstoffherstellern einen falschen Eindruck erweckt:

Die grüne Landtagsabgeordnete und Landtagsvizepräsidenten Meta Janssen-Kucz (sprich: Janßen-Kutsch)  aus Leer sieht es als problematisch an, dass das Impfen auch in Niedersachsen als Allheilmittel angepriesen wurde. Unrealistische Ankündigungen vom schnellen Impfstart hätten anschließend zu großer Enttäuschung und einem Verlust von Glaubwürdigkeit geführt, so Janssen-Kucz:

Auch Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist war Teil der Diskussionsrunde und ging mit seinen Äußerungen in eine ganz ähnliche Richtung. So hätten die Kommunen ständig veränderte Anweisungen von Bund und Land umsetzen und den Bürger*innen erklären müssen. Unzufrieden zeigte sich Feist auch mit der Ankündigung von CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass ab März bundesweit kostenlose Schnelltests zur Verfügung stehen würden. Zwar sei das großflächige Testen wichtig, den Ansturm aber an Apotheken und Ärzte abzuwälzen, sei der falsche Weg:

Insgesamt sahen die Diskussionsteilnehmer*innen eine Menge Potenzial für Verbesserungen beim Umgang mit der Corona-Pandemie. Alle betonten aber auch, dass niemand Erfahrungen mit einer solchen Krise habe. Wichtig sind jetzt also nicht gegenseitige Schuldzuweisungen.

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