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Kosmische Katastrophe: Schwarzes Loch zerreißt Riesenstern

Autor: Ulrich Beilfuß    

Vor fast viereinhalb Milliarden Jahren ereignete sich im fernen Universum eine kosmische Katastrophe, die erst jetzt von der Erde aus wahrnehmbar wurde. Damals zerriss ein supermassereiches Schwarzes Loch einen Riesenstern. Knapp viereinhalb Milliarden Jahre waren die von diesem Geschehen kündenden elektromagnetischen Wellen mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs, bis irdische Observatorien sie empfingen.

Das mit der Auswertung befasste Forschungsteam ordnet das Ereignis als das leuchtstärkste kosmische Phänomen ein, das jemals beobachtet wurde. Dabei ist der Vorgang für menschliche Augen gar nicht sichtbar, denn das von ihm produzierte „gleißende Lichtecho“, wie die Forschenden es nennen, liegt im Infrarotbereich.

Die kosmische „Gewalttat“ ereignete sich in einer 4,4 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie, deren Zentrum ein gigantisches Schwarzes Loch beherbergt. Seine Masse entspricht dem 35-Millionenfachen der Masse unserer Sonne. Diesem Monster ist ein Riesenstern so nahe gekommen, das er durch die Kräfte des Schwarzen Lochs in Stücke gerissen wurde.

Die Sternentrümmer kreisten um das Schwarze Loch herum, wie Wasser in einer Badewanne einen Strudel bildet, wenn man den Stöpsel zieht. Bevor die Sternmaterie schließlich vom Schwarzen Loch verschluckt wurde, rotierte sie wie das Wasser über dem Badewannenabfluss immer schneller, heizte sich dabei auf und begann, im Infrarotbereich intensiv zu leuchten.

An der Datenanalyse unter Leitung des Deutschen Elektronen-Synchrotrons waren rund 50 Forscherinnen und Forscher von 30 Institutionen beteiligt.