Mehr Asteroideneinschläge

Autor: Ulrich Beilfuß

 

Seit unsere Erde existiert, wurde sie immer wieder von Asteroiden getroffen. Die Forschung ging bisher davon aus, dass die Einschlagsrate seit Milliarden von Jahren ziemlich konstant ist. Es war allerdings kaum möglich, diese These wissenschaftlich zu beweisen, denn die Erosion hat die meisten älteren Einschlagskrater auf der Erde regelrecht eingeebnet.

Auf dem Mond dagegen sind die Krater immer noch gut erhalten. Und da unser Trabant die gleiche Trefferwahrscheinlichkeit haben dürfte wie die Erde, ließe sich die Einschlagshäufigkeit grundsätzlich an seiner Oberfläche ablesen. Dazu müsste man aber auch das bisher unbekannte Alter der Krater bestimmen. Das ist jetzt einem Forscherteam der Universität Toronto gelungen, und zwar mit Hilfe der Nasa-Sonde, die derzeit den Mond umrundet. Durch Messen der Wärmeabstrahlung aus über 100 größeren Mondkratern gelang deren Altersbestimmung.

Die damit erkennbare zeitliche Zuordnung der Einschläge sorgte für eine Überraschung: Denn vor nur knapp 300 Millionen Jahren ist die Zahl der Asteroidentreffer ganz plötzlich auf das Zwei- bis Dreifache angestiegen.

Den Grund für den damaligen abrupten Anstieg der Asteroideneinschläge haben die Forscher noch nicht gefunden. Denkbar wären immense Zusammenstöße von kosmischen Brocken im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Sie könnten vermehrt Asteroiden auf Kollisionskurs zum Mond und zur Erde gebracht haben.