Bedroht ein „Mega-Asteroid“ die Erde?

Autor: Ulrich Beilfuß

 

 

Zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter umrunden Hunderttausende kleinerer Himmelskörper die Sonne, die so genannten Asteroiden oder auch Kleinplaneten. Die Größen der meist unförmigen Steinbrocken liegen zwischen wenigen Metern und knapp eintausend Kilometern. Hin und wieder werden diese Überbleibsel aus der Entstehungszeit des Sonnensystems durch äußere Einflüsse auf neue Bahnen gelenkt, auf denen sie dann das Planetensystem durchqueren. Dabei können einige Kleinplaneten auch unserer Erde nahe kommen. Es gab auch schon Kollisionen.

Vor einem halben Jahr wurde wieder einmal ein solcher Querläufer entdeckt. Planetologen konnten schon bald errechnen, dass es in den nächsten einhundert Jahren zu zweiundsechzig Nahbegegnungen mit der Erde kommen wird. Die erste wird am 8. August 2023 stattfinden.

Einige Medien verstiegen sich daraufhin zu sensationslüsternen Weltuntergangsszenarien wie „Mega-Asteroid bedroht die Erde“. Doch erstens ist der kosmische Brocken mit nur 200 Metern Durchmesser alles andere als „mega“. Und zweitens schließen die Experten die Möglichkeit eines Zusammenstoßes des Asteroiden mit der Erde für diese und alle weiteren Annäherungen in den nächsten einhundert Jahren aus. Sie errechneten eine Einschlagwahrscheinlichkeit von eins zu dreißig Millionen, also praktisch von null.

Käme es dennoch zu einer Kollision, so wäre dies für einen begrenzten Bereich unseres Planeten zweifellos dramatisch. Doch eine Zerstörung des Erdballs, ein „Weltuntergang“, wäre keinesfalls zu befürchten.