Wie Astronomen den Herbstbeginn bestimmen

Autor: Ulrich Beilfuß

 

 

Am kommenden Sonntag ist Herbstanfang. Ganz genau Sonntagnacht um 03:54 Uhr. Dann, so sagen die Astronomen, steht die Sonne im Herbstpunkt! Wir wollen versuchen, das zu erklären. Dazu benötigen wir die Begriffe Ekliptik und Himmelsäquator.

Die Ekliptik hat mit der scheinbaren Bewegung der Sonne während eines Jahres zu tun. Wenn wir auch tagsüber die Sterne sehen könnten, würden wir heute erkennen, dass unsere Sonne vor dem Sternbild Jungfrau leuchtet. Im August hielt sie sich für eine Weile im Löwen auf und im Juli im Krebs. Über das Jahr hinweg sehen wir sie langsam vor der Kulisse der Tierkreissternbilder über das Firmament wandern. Würde sie dabei eine Spur hinterlassen, dann entstünde die Linie der Ekliptik, also des Weges der Sonne durch den Tierkreis. Verursacht wird die Ekliptik durch das Kreisen der Erde um unser Zentralgestirn. Dadurch scheint sich die Sonne vor den Sternbildern zu bewegen.

Die zweite für den Herbstpunkt wichtige Linie am Firmament ist der Himmelsäquator. Er ist sozusagen der Schattenwurf des Erdäquators an den Himmel. Er verläuft schräg zum Bogen der “Ekliptik” und schneidet sie zweimal. Einer der Schnittpunkte heiß Herbstpunkt. Er liegt im Sternbild Jungfrau, vor dem die Sonne jetzt steht.

Seit Ende Juni hat sie sich auf der Ekliptik immer weiter nach unten bewegt, auf den Himmelsäquator zu. Und Sonntag, am 23. September, das lässt sich berechnen, durchquert sie ihn um genau 03:54 Uhr im Herbstpunkt. Der Tag und die Nacht sind dann gleich lang. Es ist Herbstanfang.