Totale Mondfinsternis: Ein kupferroter Mond am 27. Juli

Autor: Ulrich Beilfuß

 

 

Bei hoffentlich wolkenlosem Himmel können wir am kommenden Freitagabend eine totale Mondfinsternis beobachten. Erst nach Mitternacht wird unser Begleiter wieder erdschattenfrei sein. Das Naturschauspiel findet immer dann statt, wenn die Erde auf einer geraden Linie zwischen Sonne und Mond steht. Dann muss der Mond nämlich den Kernschatten der Erde durchqueren, den er normalerweise fast immer verfehlt.

Den Beginn dieser Mondverdunkelung werden wir allerdings nicht verfolgen können. Die Verfinsterung setzt nämlich schon ein, während der Trabant für uns noch unter dem Horizont steht. Wenn der Mond dann am Freitagabend gegen 21:30 Uhr am Südosthorizont aufgeht, befindet er sich also bereits im Erdschatten. Er müsste deshalb eigentlich unsichtbar sein, wenn da nicht die irdische Lufthülle wäre. Sie lenkt ein wenig Sonnenlicht so ab, dass es in den Schattenbereich zwischen Erdkugel und Mond und damit auch auf die Mondoberfläche gelangt. Dabei durchdringt der rote Lichtanteil des Sonnenspektrums die Erdatmosphäre besonders intensiv. Deshalb leuchtet der Mond also selbst im Erdschatten in einem faszinierenden kupferroten Licht.

Ab etwa 23:15 Uhr tritt unser Erdbegleiter wieder aus dem Erdschatten heraus. Und gut eine Stunde später, um 0:20 Uhr gelangt das volle Sonnenlicht ungehindert auf die Oberfläche des Trabanten. Es ist wieder Vollmond!