Das Sternbild Löwe

Autor: Ulrich Beilfuß

 

 

Heute schauen wir auf das markante Sternbild Löwe, liebe Hörerinnen und Hörer. Es ist am späten südlichen Abendhimmel leicht erkennbar. Die Konturen des mächtigen Körpers erwecken den Eindruck eines majestätisch ruhenden Tieres. Das als Sternensichel geformte Haupt scheint aufmerksam zu spähen.

Diese Beschaulichkeit kann allerdings nur ein heutiger Betrachter empfinden. Die griechische Mythologie dagegen beschreibt den Löwen als fürchterliches Untier, das ganze Städte verwüstete und Menschen und Tiere erbarmungslos zerfleischte. Die Bestie war zudem unverwundbar. Ihr hartes Fell ließ die Speere einfach abprallen. Doch dann machte der große Held Herakles dem entsetzlichen Treiben ein Ende: Der muskelbepackte Halbgott erwürgte den Löwen.

Beim Blick zum Südhimmel sehen wir den Leib des Tieres als großflächiges Sternentrapez. Den Kopf bilden ein paar im Halbkreis angeordnete mäßig helle Sterne.

Die rechte untere Trapez-Ecke, sozusagen eine Vorderpranke, ist Regulus, der hellste Stern des Löwen. Er ist uns relativ nahe. Sein heute in unsere Augen fallendes Licht war nur rund achtzig Jahre unterwegs.

Regulus steht übrigens ziemlich genau auf der Ekliptik, dem scheinbaren Wanderpfad von Sonne, Mond und Planeten. Die ziehen deshalb immer wieder einmal am Hauptstern des Löwen vorüber. Diese audienzartigen Besuche könnten dem Stern seinen Namen eingebracht haben. Regulus heißt nämlich „kleiner König“. Übrigens:

Die von der Ekliptik durchlaufenen Sternfiguren bildenden den so genannten Tierkreis, zu dem natürlich auch unser Löwe gehört.