Erdähnlichster Exoplanet entdeckt

Autor: Ulrich Beilfuß

 

Nur vierzig Lichtjahre von uns entfernt gibt es einen sehr schwach leuchtenden Stern, der viel kleiner ist als unsere Sonne und etwa nur halb so heiß. Er wird von sieben Planeten umkreist. Wenn einer davon – von uns aus gesehen – vor dem Zwergstern vorbeizieht, entsteht eine winzige Lichtabschwächung, aus der der Durchmesser des Planeten berechnet werden kann. Seine Masse lässt sich dadurch aber nicht bestimmen, jedenfalls bisher nicht.

Nun aber haben Astronomen der Universität Bern dieses Problem mit folgender Idee gelöst: Die den Stern umkreisenden Planeten beeinflussen sich gegenseitig durch ihre Massenanziehung. Dadurch entstehen leichte Veränderungen ihrer Umlaufbahnen, die wiederum die Verdunkelungen des Sterns zeitlich ein wenig verschieben. Auf der Grundlage dieser Zusammenhänge und zahlreicher Messungen entwickelten die Astronomen ein Computermodell, das ihnen schließlich die Planetenmassen lieferte.

So kamen sie zu folgenden Erkenntnissen: Alle sieben Planeten sind ungefähr so groß wie die Erde und bestehen größtenteils aus Gestein. Der mittlere von ihnen, also der vierte, scheint unserer Erde so ähnlich zu sein wie bisher kein anderer Exoplanet, und zwar im Hinblick auf seine Größe, die Dichte seiner Materie und die Menge der Strahlung, die er von seinem Stern erhält. Vermutlich besitzt er eine Gashülle, einen Eisenkern und flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche.

Genauere Erkenntnisse über diesen Planeten und die übrigen sechs erhoffen sich die Forscher vom James-WebbWeltraumteleskop, das im kommenden Jahr starten soll. Dann ließe sich vielleicht auch die Frage beantworten, ob auf diesem Planeten oder auf seinen Geschwistern Leben existieren könnte.