Besitzt unser Nachbarstern ein Planetensystem?

Autor: Ulrich Beilfuß

 

Der unserer Sonne nächstbenachbarte Stern ist gut vier Lichtjahre entfernt, das sind rund 40 Billionen Kilometer. Im vergangenen Jahr wurde um Proxima Centauri ein Planet nachgewiesen. Diese überraschende Entdeckung könnte jetzt noch übertroffen werden. Ein Netzwerk mehrerer Radioteleskope hat den Astronomen nämlich Argumente dafür geliefert, dass der sonnennächste Stern sogar ein ganzes System von Planeten besitzen könnte.

Bisher wurde zwar keiner dieser möglichen weiteren Planeten um Proxima Centauri bestätigt, doch es gibt deutliche Hinweise auf deren Existenz, weil Staubringe den Nachbarstern umgeben. Einer davon, der sternnächste,  wurde zweifelsfrei nachgewiesen. Für zwei weitere Ringe mit wesentlich größeren Durchmessern liefern die Messdaten bisher aber nur Vermutungen.

Solche Staubgürtel gibt es auch in unserem Sonnensystem, beispielsweise den Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter sowie den Kuipergürtel jenseits der Neptunbahn. Sie sind überwiegend Materiereste aus der Entstehungszeit der Planeten. Die enorme Gravitation großer Planeten wie Jupiter verhinderte hier einst die Entstehung größerer Körper. Sie hält die Ringe jetzt in ihren Positionen.

Die Astronomen vermuten, dass die Staubgürtel um Proxima Centauri auf ganz ähnliche Weise entstanden sind wie in unserem Sonnensystem. Auch der Nachbarstern könnte von weiteren, bisher unentdeckten Planeten umrundet werden. Dieses System würde durch gravitative Wechselwirkungen für die Stabilität der jetzt entdeckten Staubringe sorgen.

Nun also gilt es, diese bisher nur vermuteten Planeten zu finden.