Das Sternbild “Schwan”

Autor: Ulrich Beilfuß

 

 

Heute möchte Radio Jade den Blick auf eine der schönsten Sternfiguren unseres Firmaments lenken, auf das Sternbild Schwan, auch “Kreuz des Nordens genannt.

Der hellste Stern im Schwan, Deneb, ist leicht zu finden. Eine Stunde nach Sonnenuntergang leuchtet er hoch über dem Südosthorizont, ein paar Handbreit links von der noch helleren Wega in der Leier. – In der antiken Sage hat sich der Göttervater Zeus in den Schwan verwandelt, um der reizvollen Leda nachzustellen. Die Sternfreunde der Antike sahen den großen Vogel mit ausgebreiteten Schwingen elegant zum Horizont hinabgleiten. Diesen Eindruck können wir leicht nachempfinden, wenn wir von einem möglichst dunklen Beobachtungsort aus die komplette Sternfigur betrachten. Der helle Stern Deneb stellt die Schwanzfedern des Schwans dar. Gleich unterhalb von Deneb erkennen wir die Schwanenflügel, nämlich mehrere fast in einer Geraden stehende Sterne. Blicken wir von Deneb aus über den mittleren Flügelstern hinweg, wird der lange Schwanenhals erkennbar, der sich Richtung Horizont bis zum Kopfstern erstreckt.

Übrigens: Der ungefähr 1.500 Lichtjahre von uns entfernte Deneb ist ein Überriese unter den Sternen. Stünde er im Zentrum unseres Sonnensystems, dann würde er noch über die Erdbahn hinausragen  Pro Minute erzeugt Deneb mehr Licht als unsere Sonne in einem ganzen Monat. Doch diese Extremeigenschaften begrenzen Denebs Sternenleben. Die Riesensonne könnte schon in ein paar Millionen Jahren in einer gewaltigen Explosion als Supernova enden.

Um das Sternbild Schwan noch mit unversehrtem Schwanzgefieder genießen zu können, ist also Eile geboten…l