Rendezvous um Mitternacht: Mond bei Jupiter

Autor: Ulrich Beilfuß

 

 

Wer morgen, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, bei wolkenlosem Himmel zum Firmament schaut, kann ein enges Beieinander unseres Mondes mit dem Planeten Jupiter beobachten. Etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht klettern beide über den Osthorizont, um die Nacht miteinander zu verbringen. Doch die vertraute Zweisamkeit ist eine perspektivische Täuschung. Beide Gestirne sind nämlich durch weit mehr als 700 Millionen Kilometer Weltall voneinander getrennt! Ein vom Jupiter ausgehendes Funksignal würde fast eine Dreiviertelstunde unterwegs sein, bevor es auf dem Mond einträfe – oder auch auf der Erde. Denn vom Mond zu uns benötigt die elektromagnetische Welle nur gut eine Sekunde.

Und deshalb ist das uns vorgegaukelte Größenverhältnis – großer Mond und kleiner Planet – in Wahrheit genau umgekehrt zutreffend, nämlich winziger Mond und gigantischer Planet oder anschaulicher: Haselnuss und Riesenkürbis.

Jupiter, der bei weitem größte Planet unseres Sonnensystems, wird seit Juli vergangenen Jahres von der NASA-Sonde “Juno” umrundet. Ihre Messungen sollen unter anderem die bisher unbeantwortete Frage klären, ob der überwiegend aus Gas bestehende Planet einen festen Kern besitzt.

Wie auch immer, liebe Hörer, wenn morgen Abend die Sichtbedingungen günstig sind, lohnt sich ab 23:30 Uhr der Blick zum Osthimmel, zum scheinbar engen Rendezvous von Erdenmond und Riesenplanet Jupiter.